Was ist eigentlich Karneval?

 

Die Karnevalszeit beginnt in Seebergen wie in ganz Deutschland am 11. November (um 11.11 Uhr). Den Höhepunkt bilden mit regionalen Unterschieden der Rosenmontag oder der Faschingsdienstag. An diesen Tagen finden in vielen Städten Umzüge mit Festwagen sowie karnevalistische Veranstaltungen statt, bei denen die Akteure Karnevalskostüme tragen. Berühmte Karnevalsfeiern gibt es zudem in Venedig, Nizza, Rio de Janeiro und New Orleans. In Venedig werden zum Karneval höfische Masken getragen. Der Karneval in Rio de Janeiro ist für seine phantasie- und temperamentvollen Umzüge bekannt, die von Sambaschulen ausgerichtet werden. In Brasilien kommen während des Karnevals immer wieder zahlreiche Menschen gewaltsam zu Tode: So starben hier am 13. Februar 1999 insgesamt 114 Menschen, die meisten wurden ermordet.

 

Für das Wort Karneval gibt es verschiedene Ableitungsversuche. Eine Möglichkeit besteht darin, dass das Wort von dem Lateinischen carne vale (Fleisch, lebe wohl) herrührt. Denkbar ist auch eine Ableitung von carrus navalis (Schiffskarren; bezogen auf Frühjahrsumzüge zum Wiederbeginn der Schifffahrt). Die Karnevalstage haben ihren Ursprung in römischen und byzantinischen Frühlingsfesten. Nachdem seit dem 15. Jahrhundert in Venedig prachtvolle Karnevalsfeiern durchgeführt worden waren, führte man die Bezeichnung Karneval im 17. Jahrhundert auch in Deutschland ein. Karneval bezeichnete ursprünglich den Sonntag vor dem Aschermittwoch und dem Beginn der Fastenzeit. Dies war sozusagen die letzte Gelegenheit zum Vergnügen sowie zum ausgiebigen Essen und Trinken.

 

Faschingsdienstag, nach dem christlichen Kalender der Tag vor dem Aschermittwoch, der den Beginn der Fastenzeit einläutet. Das Wort Fasching stammt aus dem Mittelhochdeutschen. In einer Deutung wird es aus vastschanc, d. h. dem Ausschank des Fastentrunkes vor Beginn der Fastenzeit, in einer anderen Deutung aus vaschanc oder vaschang, dem schwärmerischen Treiben zur Fastnacht oder Fastnachtsprozession, hergeleitet. Die Bezeichnung Fasching breitete sich seit dem 17. Jahrhundert vom bayerisch-österreichischen Raum über ganz Süddeutschland aus.

 

Als die Fastenzeit noch strenger eingehalten wurde als heute, wurden die zwei oder drei Tage, die dem Aschermittwoch vorausgingen, als Fastnachtszeit oder Rosenmontag und Faschingsdienstag bezeichnet und mit Spielen, sportlichen Wettkämpfen, Tänzen und allgemeinen Feiern begangen.

 

Der deutsche Begriff Fastnacht bedeutet „Nacht vor dem Fasten”: Bei Fastnachtsfesten sollte ursprünglich die Nahrung aufgebraucht werden, die während der Fastenzeit nicht gegessen werden konnte.

 

Fastnacht, Zeit unmittelbar vor der Fastenzeit. In vielen katholischen Ländern wird sie mit ausgelassenen Feiern, Umzügen mit geschmückten Festwägen, Maskenbällen und Festessen begangen. Das synonyme Wort Karneval entstammt wahrscheinlich dem Kirchenlatein. Carne vale bedeutet möglicherweise so viel wie „Fleisch, lebe wohl”, denn in der Vergangenheit war es Katholiken verboten, während der 40 Tage dauernden Fastenzeit Fleisch zu essen. Der Beginn der Fastnachtszeit variiert von Region zu Region. In Bayern und Österreich fängt der Fasching am Dreikönigstag an, in Köln und anderen Teilen Deutschlands beginnt die Karnevalssaison elf Minuten nach elf Uhr vormittags am 11. November. In Teilen Frankreichs und in südeuropäischen Ländern beginnt sie am Quinquagesima, dem Sonntag vor Aschermittwoch. Meist endet sie am Faschingsdienstag. In New Orleans in den USA findet das Fest Mardi Gras (französisch: fetter Dienstag) statt. An diesem Tag musste vor Beginn der Fastenzeit traditionell das Fleisch und Fett eines Haushalts aufgebraucht werden. Der Karneval in Venedig ist berühmt für seine höfischen Masken, der Karneval in Rio de Janeiro für seine phantasie- und temperamentvollen Umzüge, die von konkurrierenden Sambaschulen ausgerichtet werden. Im deutschsprachigen Raum ist neben der rheinischen Fasnacht in Köln und Düsseldorf, bekannt für ihre Rosenmontagsumzüge, vor allem die schwäbisch-alemannische Fasnet in Südwestdeutschland und der Nordschweiz (Basler Morgenstreich) zu nennen, in der deutliche Anklänge an vorchristliche Fruchtbarkeitsrituale (Winteraustreiben) zu finden sind. Traditionell wurden während der Fastnacht die weltliche und kirchliche Ordnung karikiert, d. h. auf den Kopf gestellt. Elemente davon haben sich bis heute im Weiberfasching, in der Einsetzung von Narrenregierungen oder auch beim Aushändigen der Rathausschlüssel an Narrenzünfte erhalten.

 

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